Roland Aerophone Pro – elektronisches Blasinstrument für Profis

Das Aerophone Pro ist das Profi-Modell von Roland. Mit über 300 integrierten Sounds, zwei Soundengines, Blas- und Biss-Sensoren, diversen Anschlüssen und eigener App gehört es zweifellos zu den besten elektronischen Blasinstrumenten, die du kaufen kannst.

Roland kündigte das Aerophone Pro im Dezember 2020 an. Das neue digitale Blasinstrument ist das "Flaggschiff" der Aerophone-Serie. Im Vergleich zu den früheren Modellen hat Roland beim Aerophone Pro das Design verfeinert, höherwertige Komponenten verarbeitet und hat mit zwei Soundengines, den SuperNATURAL- und ZEN-Core-Sound-Engines, eine riesige Klangpalette in den Blaswandler integriert.

Die Verbesserungen haben aber auch ihren Preis, und zwar wörtlich. Das Aerophone Pro ist deutlich teurer als die anderen Aerophone-Modelle.

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Schlankes Aerophone Pro

Optisch fällt beim neuen Aerophone Pro sofort auf, dass es schmaler ist als das Aerophone AE-10. Diese schlankere Form sieht aus meiner Sicht aber nicht nur besser aus, sondern hat auch einen Vorteil beim Spielen. Beim AE-10, das relativ dick ist, besteht nämlich die Gefahr, dass du ungewollt die seitlichen Klappen drückst – vor allem wenn du kleine Hände hast. Beim stromlinienförmigeren Aerophone Pro ist das kaum mehr ein Problem und deshalb ist die Form des Instruments im Vergleich zum AE-10 für mich ein Fortschritt, und zwar nicht nur optisch.

Saxofonlayout beim Aerophone AE-30

Das Tastenlayout beim Aerophone Pro entspricht wie beim AE-10 grundsätzlich dem Saxofon inklusive einer Hoch-Fis-Taste. Und das Instrument besitzt somit den gleichen Fingersatz wie ein traditionelles Saxofon. Allerdings kannst du den Fingersatz auch verändern, wenn du willst.

Aerophone Pro hat verbesserte Sensoren

Beim Mundstück setzt das Aerophone Pro auf dasselbe Mundstück wie beim Aerophone GO und beim Aerophone mini mit einem harten Plastikrohrblatt (Bezeichnung: OP-AE05MPH).

Interessant ist im Zusammenhang mit dem Mundstück, dass Roland in der Pressemitteilung zum neuen Aerophone Pro betont, dass man zu den Blas- und Biss-Sensoren umfangreich geforscht hat und die Sensoren beim neuen Aerophone nochmals deutlich reaktionsschneller und ausdrucksstärker sind. Das ist für mich eine gute Nachricht, denn diese Sensoren sind entscheidend dafür, wie gut ein elektronisches Blasinstrument spielbar ist.

Bewegungssensoren mit Software-Update 2.00

Seit dem Software-Update auf Version 2.00 im August 2021 kannst du beim Aerophone Pro auch die verbauten Bewegungssensoren nutzen. Das heisst, dass du durch die Bewegung des Aerophones (nach oben oder unten) zum Beispiel die Lautstärke, die Harmonie und vieles mehr steuern kannst, wenn du willst. Das Aerophone zieht in dieser Hinsicht somit mit dem Aodyo Sylpyo gleich, das ebenfalls Motion Sensors nutzt. Mehr zum Update 2.00 beim Aerophone Pro findest du im Blaswandlerforum hier und ein Tutorial zum Software-Update habe ich vor einiger Zeit im Blog hier gemacht.

Zwei Sound-Engines im Aerophone AE-30

Bei den Sounds setzt das neue Aerophone Pro auf zwei Sound-Engines. Erstens gibt es die SuperNATURAL Engine. Diese ist verantwortlich für die akustischen Sounds, soll also Saxofon-, Trompeten-, Geigensounds etc. möglichst naturgetreu wiedergeben. Diese SuperNATURAL Klänge gibt es teilweise auch im AE-10 bereits.

Dann gibt es als zweites das ZEN-core Synthesis System, wie es Roland nennt, das für die Synthesizer-Klänge und für Perkussionssounds zuständig ist.

Insgesamt gibt es im Aerophone Pro über 300 akustische und elektronische Klänge. Gegenüber dem Aerophone AE-10, das auch schon über 100 Sounds enthält, ist das nochmals ein grosser Sprung. Und auch gegenüber anderen Blaswandlern sind über 300 Sounds viel. So verfügt zum Beispiel das EWI Solo von Akai über 200 Sounds.

Bluetooth Audio und Bluetooth MIDI

Für das Aerophone Pro gibt es ein Editor-App, die du drahtlos mit dem Instrument über Bluetooth verbinden kannst, um Sounds und Einstellungen des Instruments zu bearbeiten oder auch eigene Sounds zu kreieren und abzuspeichern.

Die Bluetooth-Funktion unterstützt neben MIDI über Bluetooth, auch Audio über Bluetooth. Du kannst also einen Song am Smartphone streamen und den Sound über die eingebauten Lautsprecher des Aerophone Pro bzw. über einen angeschlossenen Kopfhörer abspielen und mit dem Aerophone Pro mitspielen.

Der umgekehrte Weg funktioniert nicht. Die Bluetooth Audio-Schnittstelle unterstützt nur eingehende Signale. Es ist nicht möglich, das Aerophone Pro mit Bluetooth-Lautsprecher oder Bluetooth-Kopfhörer zu verbinden.

Viele Anschlüsse beim Aerophone Pro

Auch bei den weiteren Anschlüssen geizt das Aerophone Pro nicht. Es verfügt über

  • einen USB-C-Anschluss für Audio und MIDI
  • einen Line-Ausgang für ein 6,3 mm Stereo Klinkenkabel
  • einen Kopfhörer-Ausgang mit einer 3,5 mm Stereoklinke,
  • einen MIDI-Eingang und einen MIDI-Ausgang mit den klassischen 5-Pin-MIDI-Buchsen. Dort kannst du zum Beispiel auch einen Fussschalter anschliessen.

 

Stromversorgung des Aerophone Pro

Weiter gibt es einen AC-Adapter, um das Instrument an die Steckdose anzuschliessen. Ausserdem kannst du es mit 6 wiederaufladbaren AA-Batterien betreiben. Laut Bedienungsanleitung reicht eine Batterieladung für ca. 6 Stunden Spielzeit. Aufladen musst du die Batterien dann mit einem separaten Aufladegerät. Es ist nicht möglich, die Batterien direkt aufzuladen, wenn sie im Instrument eingesetzt sind.

Bedienung über Tasten und OLED-Screen

Auf der Rückseite des Instrumentes gibt es wie üblich bei Blaswandlern diverse Bedienelemente und einen kleinen OLED-Bildschirm. Dies dürfte die Navigation durch das Menu des Instruments im Vergleich zum AE-10 etwas vereinfachen.

Preis des Aerophone Pro ist im Vergleich hoch

Über den Preis müssen wir natürlich auch noch sprechen. Im Vergleich zum bisher teuersten Aerophone-Modell, dem AE-10, gibt es einen deutlichen Preissprung. Das Aerophone AE-10 bekommst du heute (Ende 2020) für rund 750 Euro, das neue Aerophone Pro kostet ziemlich genau das Doppelte: knapp 1500 Euro. Auch verglichen mit dem Preis von elektronischen Blasinstrumenten anderer Hersteller sind die 1500 Euro für das Aerophone Pro eher hoch. So sind zum Beispiel das Yamaha YDS-150 oder das EWI Solo beide für klar unter 1000 Euro erhältlich.

Fazit: Ausgereifter Profi-Blaswandler

Die Spezifikationen des Aerophone Pro sind sehr vielversprechend: von der umfangreichen Soundbibliothek bis zu den verschiedenen Anschlüssen, die es ermöglichen, das Aerophone Pro mit unzähligen weiteren Geräten zu verbinden. Wer sich intensiv mit einem elektronischen Blasinstrument beschäftigen will, dürfte begeistert sein vom Aerophone Pro. Ich behaupte sogar, dass das Aerophone Pro der beste Wind Controller ist, den du im Moment kaufen kannst. Der Grund ist einfach: Kein Konkurrenzmodell verfügt über eine so breite Palette an Funktionen und Möglichkeiten.

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Das Instrument richtet sich offensichtlich an professionelle Musiker. Als Anfänger bist du mit den unzähligen Paramtern und Möglichkeiten vielleicht überfordert und kannst das Potenzial des Instruments nicht ausschöpfen. Dennoch ist das Aerophone Pro auch für Hobbymusiker (wie mich) interessant, und zwar nicht nur, weil es viele Sounds hat. Wichtiger ist der technische Fortschritt gegenüber den bisherigen Aerophone-Modellen. Weil das neue Aerophone Pro verbesserte Blas- und Biss-Sensoren hat, vereinfacht das natürlich auch einem Amateurmusiker das Spielen.

Kurz: Wenn du ein elektronisches Blasinstrument kaufen willst, solltest du unbedingt auch das Aerophone Pro prüfen, sofern der Preis für dich vertretbar ist.