Der Titel deutet es schon an: Es gibt verschiedenste Griffsysteme bei Blaswandlern. Dieser Blogbeitrag will dir deshalb eine Übersicht über die Fingersätze der heute auf dem Markt vertretenen elektronischen Blasinstrumente verschaffen.

Die Blaswandler stehen nicht nur im musikalischen Wettbewerb, sondern auch in einem Wettbewerb um das beste Griffsystem. Im folgenden Beitrag will ich keinen Sieger küren, sondern die Besonderheiten der einzelnen Systeme aufzeigen. Zuerst soll aber die Frage geklärt werden, weshalb es kein einheitliches Griffsystem für Blaswandler gibt, wie es bei den meisten analogen Instrumenten der Fall ist.

Blaswandler vs. analoge Instrumente

Beispiel: Saxophon

Beim Saxophon gibt es nur ein Griffsystem, unabhängig davon ob du ein Saxophon von Selmer, Yamaha oder Keilwerth besitzt. Die Mechanik und die Position der Klappen können sich zwar leicht unterscheiden, sind aber nicht vollkommen anders. Wer mit einem Yamaha-Saxophon spielen kann, kann auch mit einem Selmer-Saxophon spielen.

Beispiel: Klarinette

Bei der Klarinette ist es ähnlich. Es gibt heute zwei vorherrschende Griffsysteme: das deutsche System und das Böhmsystem. Wer eines der beiden Systeme beherrscht, kann alle Klarinetten mit diesem System spielen, unabhängig vom Hersteller. Grösse und Form der Klarinette sind aber über alle Hersteller und Griffsysteme praktisch identisch, weil dies entscheidend ist für den Klang des Instruments. 

Unzählige weitere Beispiele

Was ich für die Griffsysteme von Klarinette und Saxophon beschrieben habe, trifft auf alle analogen Instrumente zu: Griffsysteme können nicht beliebig konstruiert werden. Meistens gibt es ein Griffsystem pro Instrument, manchmal auch zwei. Ich könnte die Beispiele deshalb beliebig fortsetzen. Bei elektronischen Blasinstrumenten ist die Ausgangslage hingegen vollkommen anders.

Blaswandler mit spezieller Ausgangslage

Blaswandler müssen keinen eigenen Ton erzeugen. Sie dienen nur dazu, die "Befehle" des Musikers zu empfangen und in einen elektronischen/digitalen Ton umzuwandeln. Deshalb spielen Form, Bohrung oder Griffsystem des Blaswandlers für den Sound keine Rolle. Die Hersteller von elektronischen Blasinstrumenten sind frei, wie sie ihren Blaswandler konstruieren wollen, solange der Input des Musikers (Luftstrom, Griff) in einen Ton (Output) umgewandelt wird. Dies hat zur Folge, dass man nicht einfach von einem EWI5000 auf ein Aerophone AE-10 oder ein Sylpho umsteigen kann, denn Form und Griffsystem dieser Blaswandler unterscheiden sich.

Die Hersteller von Blaswandlern sind aber bestrebt, dem Musiker den Einstieg möglichst zu erleichtern, indem sie verschiedene Griffsysteme anbieten, welche die Fingersätze von analogen Instrumenten imitieren.

Griffsysteme bei EWI5000, Aerophone, Sylphyo und Co.

Saxophon-Fingersatz

Einen Saxophon-Fingersatz findet man beim Aerophone (AE-10 und GO), beim EWI5000 und beim Sylphyo. Beim Synthophon, welches ein umgebautes Saxophon ist, ist der Saxophon-Fingersatz logischerweise der einzige Fingersatz. Ebenso ist der Saxofonfingersatz der einzige Fingersatz beim Travel Sax und beim EMEO, die über eine Saxofonmechanik verfügt. Altissimo-Griffe sind beim Travel Sax aktuell nicht möglich.

Beim Aerophone AE-10 gibt es zwei Varianten: einen Fingersatz mit Altissimo und einen Fingersatz ohne Altissimo. Die Variante mit Altissimo ist die Standardeinstellung "out of the box". Wenn man aber keine Flageolett-Töne greifen will, kann man auf die Variante ohne Altissimo umschalten. Beim Aerophone GO besteht diese Möglichkeit nicht. Es hat gemäss Bedienungsanleitung nur eine Standardeinstellung für den Saxophon-Fingersatz.

Da das Aerophone bei der Anordnung der Tasten am stärksten dem Saxophon entspricht (abgesehen natürlich vom Synthophone), ist dieser Fingersatz für das Aerophone sicher gut geeignet. Roland streicht die Nähe zum Saxophon in seiner Werbung für das Aerophone auch immer wieder hervor. Die Firma scheint somit vor allem Saxophonisten zum Kauf animieren zu wollen.

Beim Sylphyo gibt es ebenfalls zwei Varianten des Saxophon-Fingersatzes, die allerdings nur minimal voneinander abweichen. Je nach eingestellter Variante wird mit der Kleinen-Finger-Taste die Notenhöhe anders versetzt. Ausserdem gib es eine Variante "Saxophon Old", welche etwas davon abweicht, aber in den ersten Software-Varianten des Sylphyo eingesetzt wurde und deshalb weiterhin ausgewählt werden kann. 

Bevor ich auf den EWI-Fingersatz umgestiegen bin, habe ich auch das EWI5000 mit Saxophon-Fingersatz gespielt, was gut machbar war.

Blockflöten-Fingersatz

Ich weiss nicht, was in anderen Ländern üblich ist, aber in der Schweiz hat (fast) jeder, der ein Instrument spielt, mit der Blockflöte seine ersten musikalischen Schritte gemacht. Der Fingersatz der Blockflöte dürfte deshalb vielen bekannt sein, auch wenn sie schon lange nicht mehr Blockflöte gespielt haben. Es ist deshalb wenig erstaunlich, dass einige Blaswandler ein Griffsystem anbieten, das nahe an die Blockflöte angelehnt und somit vielen potenziellen Kunden vertraut ist. Ein Blockflötensytem gibt es beim Sylphyo und bei den Aerophone-Modellen.

Beim Aerophone werden die Knöpfe an den Seiten beim Blockflöten-Fingersatz abgeschaltet. Damit wird verhindert, dass bei versehentlichem Drücken dieser Knöpfe die Tonhöhe verändert wird.

Halbtöne werden bei der Blockflöte mit halb geöffneten Löchern erreicht. Dies ist bei den Blaswandlern nicht möglich, denn das Sylpyo und das Aerophone haben keine Löcher, sondern Tasten. Hier weichen die Blaswandler also von der Blockflöte ab. Halbtöne müssen mit Zusatzgriffen erzeugt werden.

EWI-Fingersatz

Der EWI-Fingersatz kann ausgewählt werden bei den Aerophone-Modellen, beim EWI5000 und beim Sylpyho.

Den EWI(Electronic-Wind-Instrument)-Fingersatz könnte man als blaswandlereigenen Fingersatz bezeichnen. Der EWI-Fingersatz entspricht keinem Griffsystem eines analogen Instruments, sondern hat sich im Laufe der Jahre so entwickelt. Fast alle mir bekannten (halb-)professionellen Musiker, die einen Blaswandler spielen, schwören auf diesen Fingersatz. Der Grund liegt darin, dass der EWI-Fingersatz sehr flexibel ist und verschiedenste Griffkombinationen zulässt. Man kann komplizierte Griffwechsel verhindern, indem man auf eine einfachere Griffvariante zurückgreift, was bei anderen Fingersätzen nicht immer möglich ist.

Ich spiele mein EWI5000 inzwischen auch mit diesem Fingersatz und bin sehr zufrieden. Der EWI-Fingersatz ist nahe beim Griffsystem des Saxophons, weshalb mir der Umstieg relativ einfach gefallen ist. Wer aber zum ersten Mal einen Blaswandler in der Hand hält, dürfte sich bei anderen Fingersätzen heimischer fühlen, die stärker an das Instrument angelehnt sind, das man normalerweise spielt.

EVI-Fingersatz (Trompete)

EVI steht für Electronic Valve Instrument (elektronisches Ventilinstrument) und soll Blechbläsern, besonders Trompetern, den Einstieg in die Welt der Blaswandler erleichtern. Dieses Griffsystem geht auf die ersten Blaswandler in den 1960er- und 1970er-Jahren zurück (Steiner EVI).

Beim Sylphyo haben der rechte Zeige-, Mittel- und Ringfinger dieselbe Funktion wie bei der Trompete. Diese Finger steuern die drei Ventilknöpfe. Bei der Trompete wird die Tonhöhe aber auch mit dem Ansatz gesteuert. Dies ist beim Sylphyo nicht möglich, weshalb mit dem linken Zeigefinger ein zusätzliche Taste bedient werden muss. Damit werden Halbtöne nach unten erzeugt. Das EVI-Griffsystem kann zudem in einer zweiten Variante mit "vertauschten" Händen ausgewählt werden. Dann übernimmt die linke Hand die Aufgaben der rechten Hand und umgekehrt.

Der Trompeten-Fingersatz (EVI) kann auch beim Aerophone AE-10 gewählt werden (gemäss Bedienungsanleitung fehlt dies beim Aerophone GO, kann jedoch über die Aerophone-GO-Plus-App ausgewählt werden). Drei Tasten der rechten Hand entsprechen dann wiederum den drei Ventilknöpfen bei der Trompete. Beim Aerophone AE-10 kann wie beim Sylphyo zudem eine Variante für die linke Hand gewählt werden.

Beim EWI5000 ist der EVI-Fingersatz auf die rechte Hand ausgerichtet. Mit der linken Hand werden lediglich die Halbtöne ermöglicht. Die Variante "EVI reversed" hat beim EWI5000 nicht die Funktion, die rechte mit der linken Hand zu tauschen, sondern bei den Oktavrollern auf der Rückseite "nach oben" und "nach unten" zu tauschen, wodurch es noch stärker dem Griffsystem der ersten Blaswandler (Steiner EVI) angeglichen wird. Akai empfiehlt "EVI reversed" deshalb in der Bedienungsanleitung auch nur jenen Personen, die damit vertraut sind. Falls du also deinen ersten Blaswandler kaufst, ist "EVI reversed" keine gute Option für dich.

Die Morrison Digital Trumpet (MDT) ist der akustischen Trompete nachempfunden und hat drei Ventilknöpfe. Entsprechend nutzt auch die MDT EVI-ähnliche Griffsysteme. Es gibt insgesamt drei leicht unterschiedliche Varianten. Andere Griffsysteme sind bei der MDT nicht möglich.

Querflöten-Fingersatz

Beim EWI5000 und beim Sylphyo gibt es einen Fingersatz, der stark an das Griffsystem der Querflöte angelehnt ist. Akai weist allerdings darauf hin, dass Flötistinnen und Flötisten sich mit dem EWI5000-Querflöten-Fingersatz vertraut machen müssen, da gewisse Griffe anders sind als bei der Querflöte. Auch die Bedienungsanleitung des Sylphyo weist darauf hin, dass gewisse Noten anders gespielt werden müssen als auf der analogen Querflöte.

Oboen-Fingersatz

Einen Oboen-Fingersatz bieten wiederum das EWI5000 und das Sylphyo an. Allerdings ist auch hier der Hinweis angebracht, dass es nur eine Annäherung an das Griffsystem der Oboe ist und einige Töne anders gegriffen werden müssen.

Weitere Fingersätze

Das Sylphyo hat diverse weitere Fingersätze im Angebot: Klarinette (Böhm-System), orientalische Klarinette (modifziertes Albert-System), Hulusi (chinesische Mundorgel), Dudelsack und Irische Flöte. Beim Sylphyo gibt es zudem zusätzliche Fingersätze, die auf der Irischen Flöte basieren, womit aber modale Tonleitern gespielt werden können (dorisch, phrygisch, mixolydisch etc.). Dies ist eine interessante Option, wenn man mit dem Sylphyo auch musikalisch experimentieren will. Um gängige westliche Musik zu spielen ist man auf diese zusätzlichen Modi und Skalen nicht angewiesen.

Fingersätze selber programmieren

Das Aerophone hat zwar keine weiteren Fingersätze gespeichert, beim Aerophone AE-10 und beim Aerophone GO gibt es aber die Möglichkeit, eigene Fingersätze hinzufügen bzw. vorhandene Fingersätze zu editieren oder zulöschen. Bis zu 10 Fingersatz-Einstellungen sind möglich. Somit kannst du auch dein eigenes Griffsystem programmieren oder Fingersätze ergänzen, die nicht bereits vorprogrammiert sind (z. B. Oboe).

Übersicht über die Griffsysteme

Die folgende Tabelle zeigt die gemäss Bedienungsanleitungen der Instrumente auswählbaren Fingersätze bei aktuell lieferbaren Blaswandlern. Da du bei den Aerophones Fingersätze selber programmieren kannst, sind die gemäss Bedienungsanleitung bereits vorhandenen Fingersätze mit ja, die selber programmierbaren Fingersätze mit (ja) markiert.

   EWI5000 AE-10* GO* Sylphyo Travel Sax Synth.*
 EWI ja ja ja ja - -
 EVI ja ja (ja) ja - -
 Saxophon ja ja ja ja ja ja
 Blockflöte - ja ja ja - -
 Querflöte ja (ja) (ja) ja -
 Oboe ja (ja) (ja) ja -
 andere - (ja) (ja) ja -
 eigene Fingersätze - ja ja - -

 * AE10 = Aerophone AE-10; GO = Aerophone GO; Synth. = Synthophone

Grifftabellen herunterladen

In der folgenden Liste findest du die Grifftabellen der Hersteller aller Blaswandler, die ich in diesem Blogbeitrag erwähnt habe. Ausgenommen ist das Synthophone. Das Griffsystem entspricht dem Saxophon, weshalb keine separate Grifftabelle vorhanden ist.

Grifftabelle EWI5000: PDF
Grifftabelle Aerophone AE-10: PDF
Grifftabelle Aerophone GO: PDF
Grifftabelle Sylphyo: PDF
Grifftabelle MDT: PDF
Grifftabelle Synthophone: wie Saxophon
Grifftabelle Travel Sax: wie beim Saxophon (ohne Altissimo)

EWI5000, Aerophone und Sylphyo: Griffsystem auswählen

Im folgenden Abschnitt habe ich für dich kurze Anleitungen zusammengestellt, wie du beim EWI5000 und beim Aerophone AE-10 den Fingersatz auswählst. Für das Aerophone GO und das Sylphyo findest du weiter unten jene Seiten der Bedienungsanleitung, welche erklären, wie du den Fingersatz auswählen kannst, falls du mit dem voreingestellten Griffsystem nicht zufrieden bist.

Fingersatz beim EWI5000 auswählen

Beim EWI5000 kann das Griffsystem direkt am Instrument oder in der mitgelieferten Software (EWI 5000 Editor) eingestellt werden.

Einstellung am EWI5000

Das EWI5000 muss für die Auswahl des Fingersatzes eingeschaltet sein. Dann kannst du den Fingersatz wie folgt einstellen:

Fingering EWI5000

Schritt 1: Halte die Setup-Taste gedrückt (1). Im Display (D) werden zwei Buchstaben angezeigt, wahrscheinlich CH, aber es können auch andere Buchstaben sein. Was bei dir angezeigt wird, hängt davon ab, auf welches Menu du zuletzt zugegriffen hast.
Schritt 2: Scrolle mit den Hoch- und Runter-Tasten (2) durch das Menu, bis im Display (D) die Buchstaben Fn (= Fingering) angezeigt werden.
Schritt 3: Lasse die Setup-Taste (1) los. Im Display wird nun das Kürzel für den aktuell ausgewählten Fingersatz angezeigt.
Schritt 4: Wähle mit den Hoch- und Runter-Tasten (2) den gewünschten Fingersatz aus. Du kannst auswählen zwischen EI (=EWI), SA (=Saxophon), FL (=Querflöte), Ob (=Oboe), Eu (=EVI) oder Er (=EVI reversed).
Schritt 5: Drück die Setup-Taste (1) erneut. Der neue Fingersatz ist nun im EWI5000 gespeichert und du kannst sofort loslegen.

Einstellung im EWI 5000 Editor

Der Fingersatz kann auch am PC (oder Mac) im EWI 5000 Editor ausgewählt werden. Dazu musst du dein EWI zuerst über das USB-Kabel an deinen PC anschliessen. Dann gehst du wie folgt vor:

EWI5000 Editor Fingering

Schritt 1: Starte denn EWI 5000 Editor.
Schritt 2: Wähle den Controller-Modus (A), falls er nicht bereits ausgewählt ist.
Schritt 3: Wähle "Fingering" (B)
Schritt 4:
Wähle den gewünschten Fingersatz (C)

Die Einstellung muss nicht speziell gespeichert werden. Nach Schritt 4 kannst du den Editor wieder schliessen und das EWI5000 vom Computer trennen.

Fingersatz beim Aerophone AE-10 wählen

Beim Aerophone AE-10 kannst du den Fingersatz direkt am Instrument einstellen. Dazu muss das Aerophone eingeschaltet sein. Dann gehst nach folgenden Schritten vor.

Fingering Aerophone AE 10

Schritt 1: Drücke die Menu-Taste (A)
Schritt 2: Scrolle mit den Pfeiltasten (B) durch das Menu, bis im Display (D) "FingMode" angezeigt wird
Schritt 3: Drücke die Menu-Taste (A)
Schritt 4: Scrolle mit den Pfeiltasten (B) durch die Anzeige, bis im Display (D) der gewünschte Fingersatz angezeigt wird. Beim Aerophone AE-10 sind dies: SAX1 (= Saxophon mit Altissimo), SAX2 (= Saxophon ohne Altissimo), RECO (= Blocklöte), EWND (= EWI), TRPT (= EVI / Trompete), LEFT oder RIGH (nur mit der linken/rechten Hand)
Schritt 5: Drücke die Tone-Taste (C), um zurück in den Spielmodus zu gelangen. Du kannst sofort mit dem neuen Fingersatz loslegen.

Aerophone GO

Beim Aerophone GO kann der Fingersatz ebenfalls am Instrument gewählt werden. Da ich das Aerophone GO nicht besitze, findest du hier die entsprechende Seite aus der Bedienungsanleitung des Aerophone GO. Ausgewählt werden können beim Aerophone GO nur drei Fingersätze: Sax (= Saxophon-Fingersatz), Recorder (= Blokflöte), E-Wind(= EWI). Die Einstellung des Griffsystems ist auch über die Android-/iOS-App möglich, die mit dem Aerophone GO verknüpft werden kann.

Sylphyo

Das Sylphyo besitze ich ebenfalls (noch :-) nicht, weshalb ich hier den entsprechenden Ausschnitt aus der Bedienungsanleitung verknüpft habe.

Weniger Griffsysteme wären besser

Bevor ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe, war mir nicht bewusst, wie viele Möglichkeiten die verschiedenen Blaswandler bei den Griffystemen bieten. Ich denke, weniger wäre mehr. Gerade bei den neueren Blaswandlern wirkt es für mich so, als wollen die Hersteller sich gegenseitig übertreffen. Wo liegt aber der Nutzen für den Musiker?

Blaswandler sind für mich eigenständige Instrumente. Du musst damit üben wie mit jedem anderen Instrument. Nur weil das Griffsytem einem "normalen" Instrument ähnlich ist, beherrschst du einen Blaswandler nicht automatisch. Ich kann zwar verstehen, wenn die Griffsysteme von verbreiteten Instrumenten wie Trompete oder Saxophon in den Blaswandler integriert werden, um den Einstieg zu erleichtern, aber ich frage mich, wer in aller Welt einen Fingersatz für Hulusi oder Dudelsack braucht (wie beim Sylphyo) bzw. wer sich die Mühe macht, einen eigenen Fingersatz zu programmieren (wie dei den Aerophones)? Brauchts das wirklich!?

Vielleicht sehe ich es zu eng, aber für mich sind die vielen verschiedenen unterschiedlichen Fingersätze bei den Blaswandlern hauptsächlich eine technische Spielerei. Die Hersteller wollen damit zeigen, wie viel mehr ihre Blaswandler im Vergleich zur Konkurrenz können. Langfristig fände ich es sinnvoller, auf einen einheitlichen Fingersatz (EWI) zu setzen.